LED Einbauschienen

Einbauschienen für  LED Strips

Eines der größten Themen im Bereich des architektonischen Designs der letzten Zeit waren und sind Einbauprofile. Zuerst wurden diese mit Neonröhren bestückt, nun werden diese durch die Bank natürlich mit LED Strips ausgeführt. Nahezu jeder namhafte Hersteller bietet Lösungen für verschiedene Zwecke an. Das Thema umfasst eine dermaßen breite Produktpalette, dass es als Endkunde relativ schwierig sein kann das passende Produkt auszuwählen. Hier möchten wir Grundinformationen bieten, welche vor dem Kauf beachtet werden sollten.

Produktauswahl - welches Produkt erfüllt seinen Zweck in welcher Situation?

Die Auswahl des richtigen Produktes sollte auf folgende Schritte aufgeteilt werden und zwar in der aufgezeigten Reihenfolge:

  1. Wie sollte das Profil eingebaut werden (Beton oder Gipsdecke) = Welche Einbaumöglichkeiten gibt es
  2. Wie sollte das Einbauprofil optisch wirken (groß, klein, flach, ohne Rahmen, mit Rahmen) = Produkteigenschaften festlegen
  3. Welchen Zweck sollte die Lichtleiste erfüllen (z.B. Ambientalbeleuchtung, starke Beleuchtung, Effektbeleuchtung, Lichtfarbe, Lichtqualität) = Lichteigenschaften festlegen

Zu allererst sollte man sich Gedanken darüber machen, wie die Einbauprofile eingebaut werden sollten. Es gibt die Möglichkeit diese in eine Gipsdecke (bzw. abgehängte Decke) zu integrieren, oder aber auch direkt in den Beton, Ziegel, Putz etc. zu verbauen. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. Besonders kostenmäßig ist es im ersten Moment schwer abzuschätzen, welche Variante vorteilhafter sein kann. Prinzipiell ist der Materialaufwand beim Einbau direkt in die Betondecke kleiner (da keine abgehängte Decke installiert werden muss), aber der Arbeitsaufwand wesentlich größer, sowie auch das Risiko einer verpatzten Arbeit.

tuno_bronze

Beginnen wir mit dem Einbau in die Betondecke / Ziegeldecke (Bastlerlösung, im nächsten Absatz behandeln wir die Profilösung). Bei diesem Vorgang werden im einfachsten Fall Schienen mit schmalen Rändern und ohne Falz verbaut. Deren Ränder lassen sich als Putzkante missbrauchen. Wichtig ist hierbei, vorher genau mit dem Installationspersonal abzuklären, wer welche Arbeit übernimmt und inwiefern die Arbeit sauber ausgeführt werden kann. Es werden in der Phase des Betongießens Platzhalter eingefügt (Holz, Styropor, Styrodur etc.), welche nach der Aushärtung des Betons entfernt werden können. Die Einlegearbeiten müssen gut vorbereitet (vermessen) und überlegt werden. Wer diesen Schritt verpasst, kann die Einkerbung auch im Nachhinein aufarbeiten (flexen), allerdings ist dies ein hoher Arbeitsaufwand und sollte, wenn möglich, vermieden werden. Natürlich muss an einer oder mehreren strategisch guten Stelle(n) ein Kabelauslass vorgesehen werden, welcher zu einer Inspektionsdose führt, in welcher der oder die Transformator/en zugänglich verstaut werden können. Die Schienen können anschließend im ausgehärteten Beton befestigt (angeschraubt) werden und anschließend mitverputzt werden. Hier gibt es einige Punkte, welche zu beachten sind. Da die Schiene nicht mit Netzen verspachtelt werden kann, können sich an den Rändern Risse bilden, welche anschließend ausgebessert werden müssen, bzw. auch nach den Ausbesserungsarbeiten wieder erscheinen können. Auch ist darauf zu achten, ein Modell zu wählen, in welches sich die Abdeckungen einfügen lassen, wenn die Schiene sehr steif eingebaut ist. Hier kann sich bei manchen Produkten das Problem ergeben, dass die Abdeckungen mittels Gummihammer eingehämmert werden müssen und dadurch wieder Schäden am Putz, bzw. an der Farbe enstehen können. In so einem Fall muss erneut ausgebessert werden - mit den Ausbesserungsarbeiten sollte somit bis zum Schluss gewartet werden. Ein Trick welcher bei manchen Abdeckungen angewendet werden kann, ist die Kanten abzuhobeln um die Breite zu verkleinern. Nachteilhaft ist hier aber auch die Wartung. Sollte sich die Abdeckung schwer entfernen lassen, ist bei einem eventuellen Austausch der Strips wieder mit einer Ausbesserungsarbeit zu rechnen und ggf. sogar die Abdeckung komplett auszutauschen. Ist so ein Problem vorprogrammiert (z.B. bei sehr schwer einzuführenden Abdeckungen) ist auf ein anderes Produkt umzusteigen, oder im Notfall ggf. ein Platzhalter vor dem Verputzen in die Schiene zu klemmen. Bei sehr flachen Schienen sollte man die Schrauben so weit wie möglich versenken, um anschließend eine homogene Lichtfläche zu erhalten (ansonsten bilden sich helle und dunkle Flecken). Es ist mit dem Installationspersonal somit genau abzuklären, inwiefern es möglich ist eine Schiene ohne zahllose Zusatzarbeiten einzubauen und wie sauber der Einbau bis zum Schluss von statten gehen wird.

Beim Betoneinbau besser zur Profilösung greifen

Für den Einbau in die Beton und Ziegeldecke gibt es aber auch Profilösungen, die viele Probleme durch einen gut ausgetüftelten Vorgang beim Einbau vermeiden. Hier werden bereis beim Betongießen die entsprechenden Dosen eingegossen. Diese haben eine höhe von 4-5cm und sind komplett geschlossen. Sie werden mit dem Schalholz vernagelt und können somit beim Gießen und Aushärten des Betons nicht verrutschen. Hier wird anschließend die Öffnung an der Unterseite abgezogen (wie bei einem Dosenöffner) und das Lichtmodul eingefügt. Dieser Schritt erfolgt erst ganz zum Schluss, also nach den Malarbeiten. Somit ergibt sich eine perfekte Kante. Eines dieser Produkte ist z.B. die Linea von Egoluce. 

Welche Varianten von LED Schienen gibt es?

Verschiedene Spezialprodukte ermöglichen den Einbau mittels Einbauschachtel in die Betondecke. Hier wird nicht die eigentliche Schiene verputzt, sondern nur die Einbauschachtel und die Schiene wird samt Abdeckung (oder auch davon getrennt) erst anschließend eingesetzt. Hier ergibt sich eine Schattenfuge. Auch sind solche Produkte preislich wesentlich höher.

Das bringt uns zur zweiten - empfehlenswerten Variante:  den Einbau der Schiene in eine abgehängte Decke. Hier ist die Produktauswahl wesentlich größer, die meisten Handwerker haben auch eher Erfahrung mit dem Ablauf der Installation. Vorteilhaft ist bereits der Umstand, dass der Stromauslass nicht genau geplant werden muss, sondern sich an einem fast beliebigen Ort an der Decke befinden kann. Auch die Vorschaltgeräte können (falls der Schlitz für die Einbauschiene nicht zu dünn ist) einfach in der Nähe der Schiene platziert werden - ich empfehle aber auch hier ausdrücklich aus Wartungsgründen die Trafos entfernt in einer Inspektionsdose unterzubringen. Somit muss bei Problemen die Schiene nicht abgenommen werden, was oft zu Schäden an der Gipsdecke führt. Die Schiene kann je nach Produkt in die fertige Gipsdecke montiert, oder auch bereits bei der Montage der Gipsdecke verbaut werden. Professionelle Produkte werden häufig bereits bei der Installation der Gipsdecke mit eingebaut. Die einfachste Variante besitzt eine Falz und lässt sich mit einer Gegenmontage in die Gipsdecke einspannen. Es können beliebig breite und auch tiefe Produkte gewählt werden. Optisch besser wirken Varianten mit einer Breite zwischen 3cm und 4cm. Schmale 1cm Varianten sind meist günstiger, wirken aber mickrig, breite 5cm Schienen wirken pompös und haben meist dicke und wuchtige Abdeckungen, welche viel Licht fressen (zu den Abdeckungen komme ich später noch genauer). Da die Falz meist gut sichtbar ist, empfiehlt sich auch auf die Farbe Wert zu legen. Aluminiumvarianten wirken sehr technisch, wohnlicher wirken weiße Varianten. Trendig sind auch Varianten in Bronze oder Messing, da sich hier ein interessanter Kontrast zwischen Material und Design bilden kann - dies muss aber natürlich in erster Linie zur Einrichtung passen. Sehr schön sind auch Varianten welche komplett verputzt werden und somit randlos sind. Beim Einbau von LED-Profilen in die Gipsdecke ist die abgehängte Decke ein großer Zusatzkostenfaktor und auch die Schienen selbst können je nach Produkt sehr unterschiedliche Preise aufweisen. Allerdings ist der Einbau sehr viel einfacher, problemfreier und auch kostengünstiger. Zusatz- und Ausbesserungsarbeiten fallen meist nicht an. Besonders bei Einbauschienen mit Falzen fallen auch unsaubere Schnitte oder kleine Absplitterungen an den Kanten nicht auf, da diese abgedeckt werden.

Fazit: Eine Gipsdecke ist ein Kostenfaktor. Berechnet man aber alle Zusatzarbeiten, welche bei dem Einbau direkt in die Beton/Ziegeldecke anfallen, sowie das diesbezügliche Riesiko, ist man mit der Gipsdecke meist günstiger dran. Auch sind die Kosten für den Bauherren dort leichter abzuschätzen und ins Baubudget einzuplanen.

profili-incasso-led-P008-NEWS

Nun kommen wir zu Punkt zwei - der Optik der Einbauschiene. Wir bereits angedeutet können Einbauschienen einen Falz besitzen oder auch nur einen kleinen Rahmen - was ggf. wieder von der Einbauart (siehe oben) abhängig ist. Wichtige Punkte sind die Breite der Schiene und die Farbe, wie ebenfalls oben erwähnt. Ein wesentlicher Punkt für die Optik ist die Abdeckung. Die Abdeckung einer LED-Einbauschiene ist schlussendlich der größte sichtbare Teil. Je nach Produktqualität können die Abdeckungen fast wie satiniertes Glas aussehen, schön mit der Decke harmonieren aber auch wie billige Plastikoberflächen wirken. Die Abdeckungen sollten daher einmal bei Tageslicht an eine Wand gehalten werden um den Schlussendlichen Effekt (im ausgeschalteten Zustand) zu überprüfen. Im eingeschalteten Zustand, kommt es sehr auf die Transparenz bzw. Lichtdurchlässigkeit an. Es gibt Abdeckungen mit verschieden starken Durchlässigkeiten. Die Transparenz startet bei 30% Lichtdurchlässigkeit, was grottenschlecht ist - besonders dicke Abdeckungen von großen Schienen haben solche schlechte Werte. Viele Produkte besitzen eine Durchlässigkeit von 50%, auch solche Abdeckungen sind zu vermeiden. Gute Produkte besitzen eine Lichtdurchlässigkeit von 80%, aber auch 93% ist möglich. Für den Gebrauch in Büro- oder Arbeitsräumen empfiehlt es sich auf mikroprismatische Abdeckungen zu setzen, diese haben meist automatisch eine hohe Lichtdurchlässigkeit - sind aber blendfrei. Die Lichtdurchlässigkeit spielt eine extrem große Rolle, da sie natürlich die Effizienz des gesamten Leuchtkörpers steigern, oder reduzieren kann. Es hilft nichts den effizientesten Strip mit einem ausgezeichneten Lumen/Watt Verhältnis einzusetzen, wenn diese durch eine billige, oder eben schlechte Abdeckung wieder zunichte gemacht wird. Einfach gesagt müssen bei schlechten Abdeckungen wesentlich stärkere Strips gewählt werden, um einen guten Effekt zu erzielen. Das verkompliziert die Verkabelung, erhöht die Temperaturabgabe und steigert natürlich den Stromverbrauch.

Fazit: Der größte sichtbare Teil der Schiene besteht nicht aus der Schiene selbst, sondern der Abdeckung. Diese sollte somit eine große Rolle spielen, wenn es um die Optik und nicht zuletzt um die Effizienz der Leuchte geht.

Nun kommen wir zum letzten Punkt, bei dem wir uns mit dem Sinn, bzw. dem Einsatzgebiet der Einbauschiene beschäftigen. Zuerst sollte die gewünschte Lichtstärke definiert werden. Dabei ist nicht darauf zu achten, wie viele Watt / Meter ein in Frage kommender Strip besitzt, sondern in erster Linie auf die Lumen und anschließend auf das Lumen/Watt Verhältnis. Hat ein Strip einen Verbrauch von 14,4W (übliche Verbrauchsgröße) pro Meter und erzeugt 1440 Lumen, so steht das Lumen Watt/Verhältnis bei 100:1. Es sollte in jedem Fall bei mindestens 100:1 liegen, wenn möglich auch höher (Stand 2015). Vorausgesetzt es wird eine effiziente Abdeckung (Lichtdurchlässigkeit >80%) gewählt, kann man folgende grobe Aussage tätigen:

Lumenwerte bei LED Strips:

  • Orientierungslicht: 100-300 Lumen / Meter
  • Ambientalbeleuchtung: 300-500 Lumen / Meter
  • Knackige Ambientalbeleuchtung 700-1000 Lumen / Meter
  • Raumbeleuchtung: 1000-1400 Lumen / Meter
  • Knackige Raumbeleuchtung 1400-2000 Lumen / Meter
  • Starke Raumbeleuchtung/Putzlicht 2500-3500 Lumen / Meter

 

recessed-led-profiles-4189

Aussagen eines Händlers wie - dieser Strip hat 19,2W und ist somit der 14,4W Variante überlegen - sind absolut nicht fachgerecht. Es kann gut sein, dass ein 14,4W Strip einem 19,2W Strip Lumenmäßig weit überlegen ist. Somit senkt man den Verbrauch bei höherer Leistung, was wünschenswert ist. 

Hat man die Lichtstärke festgelegt, sollte man sich zunächst um die Lichtfarbe kümmern. RGB Varianten einmal ausgenommen, sind übliche Lichtfarben im Wohnbereich in Europa 2700k, 3000k, sowie sehr selten auch 4000k. Zum Thema Lichtfarbe biete ich einen eigenen Artikel hier in meinem Blog, welcher hier mehr Aufschluss geben kann. Kurz gesagt wird im gesamten Europäischen Raum 2700 für Wohnräume vorgezogen, bei hohen CRI Werten (85 und mehr) werden auch 3000k Varianten gut akzeptiert. Bei jedem Strip sollte man die Kelvinangabe genau unter die Lupe nehmen. Importware wird oft mit von-bis deklariert (also z.B. von 2700k bis 3200k). Diese Spannen können teilweise sehr groß sein und die Chargen sehr unterschiedlich ausfallen. Markenhersteller bieten zertifizierte, bzw. fixierte Kelvinwerte, welche einerseits den Vorteil bieten verlässlich zu sein und andererseits bei Problemen (Nachkauf, Ersatz) auch einen problemlosen Austausch ermöglichen, ohne plötzlich eine neue Lichtfarbe akzeptieren zu müssen. Die Lichtfarbe kann sich auf das Gemüt auswirken. Kühle Lichtfarben wirken aktivierend, warme Lichtfarben wirken gemütlich. Es kann z.b. für den Küchen- oder Badezimmerbereich eine aktivierende Lichtfarbe gewählt werden und für den Wohnzimmer, oder Schlafzimmer-Bereich eine warme, wohnliche Lichtfarbe. Ich empfehle eine Lichtfarbe durchzuziehen und eventuelle Effektbeleuchtung über RGB oder auch Zweitstrips zu lösen. Es gibt auch spezielle Strips, welche den Weißbereich wechseln können (z.B. von 2600 bis 3500k). Man sollte sich vor Augen halten, dass solche Funktionen im Alltag meist selten bis gar nicht eingesetzt werden.

Farbwiedergabe und Lichtfarbe bei LED Strips:

Wie oben angesprochen (und auch im Artikel Lichtfarben nochmals detaillierter erläutert) hat der CRI Wert (Farbwiedergabe) Auswirkungen auf die wahrgenommene Lichtfarbe. So kann ein 2700k Strip mit einem niedrigen CRI Wert grünlich wirken und ein 3000k Strip sehr bläulich. Die sollte auf jeden Fall vermieden werden durch die Wahl eines Strips mit mindestens CRI>85 (zertifziert).

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Empfohlene Blogartikel
Kein verbundene Blogartikel gefunden